Tag: 7. November 2016

Podiumsdiskussion zum Programm „Campus und Gemeinwesen“: Partnerschaften zwischen Hochschule und Zivilgesellschaft

Wenn Partnerschaften zwischen Hochschulen und Einrichtungen der Zivilgesellschaft eingegangen werden, reicht das bürgerschaftliche Engagement als gemeinsames Anliegen nicht aus. Es gilt, die jeweiligen Erwartungen, Rahmenbedingungen und Ziele zu klären. Das Podium beschäftigt sich unter anderem mit folgenden Fragen: Was sind die Voraussetzungen für eine dauerhafte und für beide Seiten zufriedenstellende Zusammenarbeit? Welche Kooperationen wären in Zukunft denkbar? Vertreter beider Seiten berichten über gelungene Beispiele, diskutieren mögliche Stolpersteine und entwickeln Visionen neuer Kooperationsmöglichkeiten.

Die Podiumsdiskussion ist Teil der Veranstaltung „Engagierte Hochschule“ (www.engagierte-hochschule.org).

Teilnehmende:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wilfried Mück, Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Bayern
Margot Laun, Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH
Dagmar Simnacher, Fritz-Felsenstein-Haus e.V.
MinR Dr. Andrea Taubenböck, Stiftung Wertebündnis Bayern

Moderation: Claudia Leitzmann, Landesnetzwerk für Bürgerschaftliches Engagement Bayern e.V.
Videoproduktion: Jonathan Huber & Benjamin Wildfeuer

Vortrag von Elif Öszmen: Wer oder was ist die „Zivilgesellschaft“? Begriffsverständnis eines weit verbreiteten Phänomens

Der Begriff der Zivilgesellschaft gehört seit den frühen 1980er Jahren zu den beliebten Schlagworten öffentlicher Debatten. Hierbei wird „Zivilgesellschaft“ durchweg positiv konnotiert; sie gilt als etwas Gutes, zivilgesellschaftliches Engagement daher als wertvoll und förderungswürdig. Auch in akademischen Debatten wird das Konzept der Zivilgesellschaft mit Erwartungen angereichert, die zum Teil schwärmerische Züge aufweisen. Dass der Begriff der Zivilgesellschaft sich einer eindeutigen Bestimmung entzieht, wird im ersten Teil des Vortrages durch eine ideengeschichtliche und politikphilosophische Einordnung gezeigt werden. Im zweiten Teil wird das öffentliche Vorurteil zugunsten der Zivilgesellschaft kritisch hinterfragt werden. Mit Blick auf konkrete Beispiele wie auch anhand grundsätzlicher Überlegungen lässt sich jedenfalls bezweifeln, dass zivilgesellschaftliche Akteure grundsätzlich anerkennungswürdig oder die Zivilgesellschaft immer gut sind. Letztlich erhellt sich der Wert der Zivilgesellschaft erst aus ihrer Verbindung mit einem demokratischen Ethos.

Die Keynote von Prof. Dr. Elif Özmen, die im Jahr 2016 von der Universität Regensburg an die Justus-Liebig-Universität Gießen wechselte, ist Teil der Veranstaltung „Engagierte Hochschule“ (www.engagierte-hochschule.org).

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Stark
Videoproduktion: Jonathan Huber & Benjamin Wildfeuer