Voriger
Nächster

7. November 2016

Szenariotechnik ist eine Methode, mit deren Hilfe alternative Vorstellungen über positive und negative Entwicklungen in der Zukunft zu umfassenden Bildern und Modellen, d. h. möglichen und wahrscheinlichen »Zukünften«, zusammengefasst werden. Szenarien sind also weder Prognosen, bei denen Extrapolationen gegenwärtiger Trends in die Zukunft erfolgen, noch realitätsferne Utopien und Phantasien, wie sie beispielsweise im Rahmen von Zukunftswerkstätten entwickelt werden. Mit der Szenario-Technik werden vielmehr quantitative Daten und Informationen mit qualitativen Einschätzungen und Wertvorstellungen verknüpft, so dass als Ergebnis detaillierte Beschreibungen mehrerer möglicher Zukunftssituationen unter ganzheitlichem Aspekt entstehen. Szenarien verknüpfen empirisch-analytische mit kreativ-intuitiven Elementen und sind insofern ein Denk- und Kommunikationsmodell für Wissenschaft, Politik, Unternehmen und gesellschaftliche Gruppen, um unsere komplizierte Welt überhaupt noch begreifen zu können und entscheidungsfähig zu bleiben.

Podiumsdiskussion zum Programm „Campus und Gemeinwesen“: Partnerschaften zwischen Hochschule und Zivilgesellschaft

Wenn Partnerschaften zwischen Hochschulen und Einrichtungen der Zivilgesellschaft eingegangen werden, reicht das bürgerschaftliche Engagement als gemeinsames Anliegen nicht aus. Es gilt, die jeweiligen Erwartungen, Rahmenbedingungen und Ziele zu klären. Das Podium beschäftigt sich unter anderem mit folgenden Fragen: Was sind die Voraussetzungen für eine dauerhafte und für beide Seiten zufriedenstellende Zusammenarbeit? Welche Kooperationen wären in Zukunft denkbar? Vertreter beider Seiten berichten über gelungene Beispiele, diskutieren mögliche Stolpersteine und entwickeln Visionen neuer Kooperationsmöglichkeiten.

Die Podiumsdiskussion ist Teil der Veranstaltung „Engagierte Hochschule“ (www.engagierte-hochschule.org).

Teilnehmende:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wilfried Mück, Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Bayern
Margot Laun, Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH
Dagmar Simnacher, Fritz-Felsenstein-Haus e.V.
MinR Dr. Andrea Taubenböck, Stiftung Wertebündnis Bayern

Moderation: Claudia Leitzmann, Landesnetzwerk für Bürgerschaftliches Engagement Bayern e.V.
Videoproduktion: Jonathan Huber & Benjamin Wildfeuer

Weiterlesen »

Vortrag von Elif Öszmen: Wer oder was ist die „Zivilgesellschaft“? Begriffsverständnis eines weit verbreiteten Phänomens

Der Begriff der Zivilgesellschaft gehört seit den frühen 1980er Jahren zu den beliebten Schlagworten öffentlicher Debatten. Hierbei wird „Zivilgesellschaft“ durchweg positiv konnotiert; sie gilt als etwas Gutes, zivilgesellschaftliches Engagement daher als wertvoll und förderungswürdig. Auch in akademischen Debatten wird das Konzept der Zivilgesellschaft mit Erwartungen angereichert, die zum Teil schwärmerische Züge aufweisen. Dass der Begriff der Zivilgesellschaft sich einer eindeutigen Bestimmung entzieht, wird im ersten Teil des Vortrages durch eine ideengeschichtliche und politikphilosophische Einordnung gezeigt werden. Im zweiten Teil wird das öffentliche Vorurteil zugunsten der Zivilgesellschaft kritisch hinterfragt werden. Mit Blick auf konkrete Beispiele wie auch anhand grundsätzlicher Überlegungen lässt sich jedenfalls bezweifeln, dass zivilgesellschaftliche Akteure grundsätzlich anerkennungswürdig oder die Zivilgesellschaft immer gut sind. Letztlich erhellt sich der Wert der Zivilgesellschaft erst aus ihrer Verbindung mit einem demokratischen Ethos.

Die Keynote von Prof. Dr. Elif Özmen, die im Jahr 2016 von der Universität Regensburg an die Justus-Liebig-Universität Gießen wechselte, ist Teil der Veranstaltung „Engagierte Hochschule“ (www.engagierte-hochschule.org).

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Stark
Videoproduktion: Jonathan Huber & Benjamin Wildfeuer

Weiterlesen »